Grundkurs Abi 2oo4

 

 

   
Die Geschichte des Kaiserparks

Gruppe 4

Alexandra Geschlecht   Rowena Storck

 

Leibniz Gymnasium Essen  Bio GK (Abi o4)            Frau Kapteina - Frank       in Erinnerung an den Sommer 2oo3

Fotos der Arbeit

 

Der Kaiser-Wilhelm-Park wurde 1897 zu Ehren Kaiser-Wilhelms des 1. angelegt, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Darüber hinaus war es wichtig, die Wohnsituation in Altenessen durch mehr Grünflächen aufzuwerten. Dennoch war erst eine Reichskabinettsorder nötig, um die Bennennung des Parks möglich zu machen, da nicht jede Einrichtung nach dem Kaiser benannt werden durfte. Die Ländereien wurden den Landwirten Helbeck und Westerdorf für damalige 58.000Mark abgekauft, die Bauarbeiten dauerten bis Herbst 1897 und kosteten weitere 28.750Mark.

Die Eröffnung des damals völlig umzäunten Parkgeländes fand aber schon am 21.März 1897 statt, bei der am Eingang an der Stankheitsstraße (heute gegenüber der Tierarztpraxis) die symbolische Kaiser-Eiche gepflanzt wurde. Die Eiche wurde aber in der Kriegszeit gefällt, um Brennholz für die Bevölkerung zu erhalten. An ihrer Stelle wurde nach dem Krieg aber eine neue Eiche gepflanzt.

 

Das heute noch erhaltene Denkmal, das Kaiser Wilhelm neben einem Arbeiter zeigt, ist nur ein Teil des ursprünglichen Kaiser-Brunnens, der im Krieg fast völlig zerstört wurde. Sein Bau wurde 1899 beschlossen und 1903 fand ein Bazar der Bürger Altenessens statt, der die Finanzierung für 22.000Mark möglich machen sollte. Das Denkmal wurde am 25.9.1904 enthüllt, zusammen mit einer Gedenkplatte an Kaiser Wilhelm, die aber in der Nachkriegszeit demontiert wurde und deshalb heute fehlt.

 

Dort, wo sich heute die Rollschuhbahn und seit Ende der 80er Jahre der Pavillon befinden, stand früher der Saal mit angeschlossenem Restaurant. Bei der Eröffnung des Saales im Mai 1903 wurde der eigens dafür von Lorenz Heitzer getextete Kaiser-Park-Marsch gespielt. In diesem Saal fanden viele Tanzabende und Konzerte statt. Dann wurden die Tore des Parks geschlossen und der Eintritt in den Park kostete (um etwa 1920 herum) eine Mark. Aber auch ohne Konzerte war das Restaurant ein beliebtes Ausflugsziel für sonntägliche Familienausflüge der Altenessener Bürger, es wurde aber im 2.Weltkrieg zerstört.

 

Eine weitere Attraktion des Vorkriegsparks waren die Tierkäfige, die sich am Eingang an der heutigen Tiefenbruchstraße befanden. Dort konnte man um 1912 herum Affen, Lachtauben und exotische Vögel wie Strauße oder Papageien sowie freilaufende Pfauhähne beobachten.

 

Vor allem bei der jüngeren Bevölkerung  von Altenessen beliebt war der Kahnteich mit der darin liegenden Roseninsel, der nach 1904 und der damals geplanten Parkvergrößerung  entstand. Der an den Bahndamm (der heute ein Fußweg ist) grenzende Teich bot die Möglichkeit, Boote und Kähne auszuleihen und darauf zu rudern. Deshalb gab es auch einen Kiosk am Teich mit einem Wärter für die Boote, der auch die Fahrscheine für die einstündigen Ruderpartien verkaufte.

Zuerst waren auf der mit dem Hauptweg verbundenen Roseninsel Tennisplätze für die reicheren Kreise der Bevölkerung, die aber 1927 in einen öffentlichen Rosengarten umgewandelt wurden.

Mit der Zeit wurde der Teich verkleinert und verlandete ab 1944/45 immer mehr, so dass er in der Nachkriegszeit trockengelegt wurde.

 

Den heutigen Ententeich gab es schon von Beginn an, nur war er anfangs etwas größer. Auf ihm gab es noch keine Enteninsel aber ein Häuschen mitten auf dem Teich für die Enten. Zwischenzeitlich hieß er auch Schwanenteich, da mehr Schwäne ihn bevölkerten als Enten. Später wurde der Teich verkleinert und mit Betonplatten ausgelegt, um Verlandung vorzubeugen. Die Fontäne wurde angelegt, um die Wasserqualität durch mehr Wasserzirkulation und Sauerstoffzufuhr zu verbessern.

 

Nahe dem Ententeich gab es das Elektrizitätswerk von Altenessen, das 1898 eröffnet wurde, zusammen mit den anliegenden Wohnhäusern für Monteur und Betriebsleiter. Es machte die Beleuchtung der Straßen von Altenessen möglich, für die der Strom aus anderen Werken nicht ausreichte.

 

Den Spielplatz neben dem Ententeich gab es auch schon früher. Mit seinen Sandkästen und Schaukeln, Turn- und Kletterstangen war er Ort vieler Kinderfeste.

 

Darüber hinaus gab es noch ein zweites Restaurant am Rande des Parks an der damaligen Katernberger Strasse, dem heutigen Palmbuschweg, Spindelmann.  Das Lokal wurde 1923 mit dazugehöriger Gartenwirtschaft und Tanzlokal eröffnet. Nach seiner Zerstörung im 2.Weltkrieg wurde es um 1950 herum neu erbaut.

 

Die Unterführung unter dem Bahndamm diente früher angeblich als eine Art Schutzbunker und war weiter verzweigt als es jetzt der Fall ist.

 

Die Steingruppe, die sich auf der Wiese neben dem angrenzenden Leibniz Gymnasium befindet, gibt es erst seit Mitte oder Ende der 80er Jahre. Im Rahmen eines  vom Folkwang– und Ruhrlandmuseum organisierten Wettbewerbs  für Kunst im öffentlichen Raum wurde das Werk eines persischen Künstlers von der Stadt für das Parkgelände gekauft. Drei Steinsäulen halten viele kleinere Steine in ihrer Mitte und werden von einem Kreis von weiteren Steinen eingeschlossenen, was wahrscheinlich an die Vergangenheit Essens als  Zechenstadt erinnern und dieses Kulturgut bewahren soll. Eine andere Bedeutung hat es nicht

 

Fragt man die Bewohner aus der Vorkriegszeit nach ihrer Meinung zum Park, so sagen viele, dass ihnen das damalige Parkgelände mit dem Kahnteich besser gefiel. Zum hundertjährigen Jubiläum des Parks 1997 hatten die Bürger aber die Gelegenheit, Vorschläge für die Umgestaltung des Parks vorzubringen.

 

Wegen der Kürze der Bearbeitungszeit für dieses Projekt möchten wir auf weitere Informationsquellen verweisen.

-Grün- und Grugaamt Essen

-Universität Essen (www.uni-essen.de/fb9/landschaftsarchitektur, dort findet man Kontaktadressen der Professoren)

-Stadtbibliothek Essen (Heimatkunde)

-Bibliothek im Ruhrlandmuseum (Kataloge der Kunst im öffentlichen Raum)

-Katasteramt Essen  


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