| |||||||||||||
|
Gruppe 3 Annika Miosga Julia Rothlübbers
Leibniz Gymnasium Essen Bio GK (Abi o4) Frau Kapteina - Frank in Erinnerung an den Sommer 2oo3 |
Aufgabenstellung
/ Einleitung Um
ökologische Aussagen über ein halbnatürliches Ökosystem - wie einen
Park oder Stadtteich - machen zu können, können verschiedene
Organismengruppen untersucht werden. Anhand
von Wasservögeln kann man Rückschlüsse auf die Qualität des
Lebensraumes ziehen (Bioindikation). Weil
jede Art in einer bestimmten Weise an ihre Umwelt angepasst ist (ökologische
Nische), kann man von ihrem Vorkommen auf bestimmte einzelne Eigenschaften
des Ökosystems schließen. Dazu muss die Ökologie der untersuchten Art
bekannt und beschrieben sein. Im
folgenden Text werden wir mit Hilfe der vorkommenden Wasservögel
bestimmte Eigenschaften des Kaiserpark-Teiches beschreiben. Theoretischer
Hintergrund: Ökologie der Stockente
Da
die Stockente am Kaiserpark-Teich die am häufigsten vorkommende Art ist,
gehen wir im Folgenden kurz auf ihre Ökologie ein. Seen,
Flüsse und Parkgewässer gehören zum Lebensraum der Stockenten. Dies hängt
zum einen damit zusammen, dass sie sich im Wasser besser fortbewegen können.
Zum anderen bildet dieser Lebensraum ihre ökologische Nische, in der sie
Nahrung und Schutz finden. Die
Stockente zählt zu den Schwimm- und Gründelenten. An Land bewegt sie
sich durch Watscheln fort. Aufgrund ihrer Schwimmfüße ist sie gut an das
Leben an und im Wasser angepasst. Beim
Schwimmen liegt der breite Rumpf gut im Wasser und ihre weit hinten
eingelenkten Beine dienen sowohl als Steuer wie als Ruder. Zwischen den
Vorderzehen befinden sich Schwimmhäute. Beim Rudern werden die Beine zunächst
mit gespreizten Zehen und gespannten Schwimmhäuten nach hinten
geschlagen. Anschließend werden sie im zusammengelegten Zustand nach
vorne zurückgeführt. Des
Weiteren ist ihr dickes Federkleid an den Lebensraum angepasst. In diesem
hält sich sehr viel Luft, die ihren Körper warm hält und gleichzeitig
das Schwimmen erleichtert. Es ist für die Stockente sehr wichtig, dass
kein Wasser in die Federhülle eindringt und ihren Körper auskühlt.
Daher fettet sie ihr Gefieder ein. Dieses Fett kommt aus einer Drüse
oberhalb des Schwanzes, der sog. Bürzeldrüse. Die Stockente nimmt das
aus der Drüse ausgeschiedene Fett mit ihrem Schnabel auf und streicht es
auf ihre Federn. Die dicke Schicht Körperfett unter der Oberhaut bildet
einen zusätzlichen Wärmeschutz. Die Stockente gehört zu den Allesfressern. Sie ernährt sich von kleinen Tierarten, Pflanzen und Wasserlinsen ihres Wohngewässers (z.B. Kaulquappen, Schnecken, Würmern und Insektenlarven). Sie verzehrt diese soweit sie ihrem Schnabel zugänglich sind.
Die
Stockente kann keine große und harte Nahrung mit ihrem Schnabel
zerkleinern. Ein Kaumagen ist ihr Zahnersatz. Der
Entenschnabel mit seiner Zunge ist ein vielseitig nutzbares Organ. Die
Ente kann mit ihm viel nahrungshaltigen Schlamm aufnehmen, wobei das
mitgenommene Wasser durch die Rillen des hornigen Schnabels abfließt. Die
gefransten Zungenränder verhindern ebenfalls das Mitgehen fester Teile.
Alles Übrige wird von ihr verschluckt. Darüber hinaus verfügt der
Schnabel über viele eingebettete Tastsinnzellen, die es der Stockente ermöglichen,
unmittelbar aus dem Wasser Nahrung herauszufischen. Die
Stockente besitzt einen großen ökologischen Toleranzbereich.
Hinsichtlich ihrer natürlichen ökologischen Nische passt sie sich
hervorragend in durch den Menschen gestaltete oder veränderte Gewässer
ein. Man bezeichnet sie deswegen auch als Kulturfolger.
Keine
andere Wasservogelart zeigt in der Nähe zum Menschen so hohe
Populationsdichten. Stockenten sind also störungstolerant an eutrophe und
hypertrophe Gewässer angepasst und profitieren besonders von der Fütterung
des Menschen (Brot). Wasservogel-Vorkommen
In
dem von uns erforschten Kaiserpark-Teich sind Wasservögel in folgenden
Zahlen- und Artenverhältnissen vertreten:
darunter 4 Jungtiere
Schlussbetrachtung Auffällig
ist, dass am Kaiserpark-Teich im Vergleich zu natürlichen Gewässern nur
wenige verschiedene Arten vorkommen. Die Ökologie nennt dies einen hohen
"Artenfehlbetrag". Der
Kaiserpark-Teich, als eine künstlich angelegte Anlage, bietet den Enten
Schutz und einen Lebensraum. Zwar dienen die vielen Pflanzen, Gebüsche
und Bäume als Versteck, es fehlen jedoch natürliche Feinde, wodurch die
Überpopulation der Enten mitbegründet wird. Von
uns konnten nur drei Arten festgestellt werden (Stockente, Teichhuhn, weiße
Hausente). Auffällig ist auch, dass diese gut an den Menschen angepasst
sind und dass die Stockente dominiert. Der wichtigste Grund für die Überpopulation
der Stockenten dürfte an der Fütterung mit Brot liegen, die trotz eines
Verbotsschildes immer wieder stattfindet. So wird die Population künstlich
hoch gehalten. Das
überschüssige Brot und die erhöhte Menge an Entenkot führt zu einer
Eutrophierung des Gewässers. Dies ist eine große Gefahr für das Ökosystem
und es droht aus dem Gleichgewicht zu fallen. Die festgestellte hohe
Stockentenpopulation ist dafür ein deutlicher Indikator.
| ||||||||||||
|
(c) 2003/04
design b.müller |
Gemeinschaftsarbeit des Kurses.Alle Rechte den Verfassern vorbehalten.
| ||||||||||||