Leibniz-Gymnasium Essen

Erinnerungskultur pflegen - Grundkurs Geschichte Q2 putzt das Mahnmal "Schwarze Poth"

Es fing mit einem Referat zur Erinnerungskultur im Geschichtsunterricht an. Zwei Schülerinnen informierten den Kurs über Erinnerungsorte in Essen, die sichtbar machen, dass der Holocaust mitten im Essener Stadtzentrum stattgefunden hat. Die Ausrede, wir haben davon nichts mitbekommen, zog und zieht also nicht. Die angehenden Abiturienten bekamen das Mahnmal "Schwarze Poth" in einem Foto vorgestellt, das den Ort von Müll, Flaschen, Zigarettenstummeln und kontextlosen Wandgraffitis verdreckt zeigte. Zwei Gedanken wurden spontan artikuliert: 1. Das habe ich noch nie richtig wahrgenommen. 2. Das kann nicht ernsthaft unsere Form von Erinnerungskultur sein, wenn ein Ort mit dieser Bedeutung dermaßen verdreckt existiert.

Also wurde schnell klar: Heute ist Eigeninitiative gefragt. Wir können nicht wegschauen, wenn Erinnerung so wenig Achtung und Aufmerksamkeit wie an diesem Ort bekommt. Also nahm der Kurs Kontakt mit der Essener Denkmalpflege und dem Tiefbauamt auf, organisierte Hyrdrant und Hochdruckreiniger, Handschuhe, Schwämme und Putzmittel... Und am 20.02.2017 fegten, kehrten, schrubbten die Schülerinnen und Schüler mit begeisternder Beharrlichkeit und machten buchstäblich deutlich, wie man Erinnerungskultur pflegen kann. Begleitet wurde die Aktion von stiller akustischer Musik durch Gitarre und Gesang. Als Information über die Bedeutung des Ortes im Nationalsozialismus diente ein Plakat, das Schülerinnen vorbereitet hatten und dem Kurs hier nun vorstellten. Angedacht war es auch, vorbeilaufende Passanten einzubeziehen, zum Zuhören und Zuschauen einzuladen, zu informieren und zu einer Spende für die Stiftung der Alten Synagoge Essen zu bewegen. Doch die Resonanz blieb gering, zu wenig Leute passieren diesen Ort zu Fuß. Und wenn doch, wissen die wenigsten, was hier einmal war und woran hier in einem Kunsterwerk des Architekten Werner Ruhnau und der Künstlerin Astrid Bartels von 2002 erinnert werden soll.

Auf der Gedenktafel zur "Schwarzen Poth", die neben sieben Baumstämmen auf einem Treppenaufgang arrangiert ist, steht unter grünem Licht geschrieben:

"Hier, unterhalb des City-Centers, befand sich in der ehemaligen Straße "Schwarze Poth 13" die Kommandantur eines Außenlagers des KZ-Buchenwad (1943-1945). Die Häftlinge waren im Keller der naheliegenden Gaststätte "Grinzing" untergebracht. Sie mussten unter strenger Bewachung in der Essener Innenstadt Trümmer beseitigen und Bomben entschärfen. Gestreifte Bekleidung, unzureichende Verpflegung und schutzlose Unterkunft ließen die Häftlinge die Missachtung ihrer Menschenwürde leidvoll erfahren" Text nach Ernst Schmidt, Konzeption von Astrid Bartels und Werner Ruhnau

Als einmalig soll diese Aktion nicht verpuffen. Dem Kurs schwebt eine Art Patenschaft für das Mahnmal vor. Dies gilt es mit der Stadt Essen, der Fachschaft Geschichte, der Schulleitung und den Urhebern des Kunstwerkes zu besprechen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

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