Leibniz-Gymnasium Essen

Goethe mal anders… - Über die ersten Wochen mit unserem Schulhund

Goethe ist bei uns nicht nur ein Dichter, dessen Werke im Deutschunterricht gelesen werden, sondern seit dem laufenden Schuljahr der Schulhund am Leibniz-Gymnasium. Goethe ist ein Landseer und damit ein sehr großer und sehr geduldiger sowie gutmütiger Hund, der alle gleichermaßen liebhat. Er kommt zurzeit mit in den Biologie-Unterricht der Klassen 5A, 5E und 6C. Außerdem haben wir eine Hunde-AG. Die Kinder sind begeistert von Goethe und engagieren sich sehr dafür, dass es ihm gut geht. Die Schülerinnen und Schüler sind im Unterricht leise und konzentriert, denn ein Hund hört ja alles viermal so laut wie wir. Sie kümmern sich immer darum, dass er etwas zu trinken hat. Außerdem versuchen wir hinzubekommen, dass alle Schülerinnen und Schüler an der Zweigstelle mitmachen und den Schulhof sauber halten, damit Goethe nicht irgendetwas vom Boden fressen kann und davon krank wird.

Zoé aus der 5e, die Goethe mittwochs immer im Biologie-Unterricht begleitet, schreibt:

„Wir, die Schülerinnen und Schüler vom Leibniz-Gymnasium, wollten Ihnen von unserem Schulhund Goethe erzählen. Goethe wird ungefähr 75-80cm groß. Er ist ein sehr, sehr lieber und gutmütiger Hund, doch wenn man Goethe zu sehr einengt, dann hat er noch etwas Angst. Goethes Besitzerin, Frau Dr. Prätorius, ist sehr nett und hat uns gezeigt wie wir Goethes Vertrauen gewinnen können und sie hat uns ein Spiel gezeigt. In dem Spiel geht es darum, dass man (Frau Prätorius) Leckerlis in eine Toilettenpapierrolle steckt und nach ein paar Minuten darf man daran schütteln und Goethe kommt. Wir hoffen, Ihnen hat der Bericht gefallen, Liebe Grüße Ihre 5e“

Der Idee eines Schulhundes wurde der Weg zu Beginn der 90er Jahre bereitet (Agsten, 2007), da vereinzelt Lehrkräfte ihren Hund mit in die Schule nahmen oder der Hausmeister einen Hund hatte, der in den Pausen mit den Kindern spielte. Diese Form des Hundekontaktes mit Schule war aber nicht geplant und folgte naturgemäß keinem pädagogischen Konzept.

Seither nahm der Einsatz von Tieren für das Wohl von Menschen in Kinder-, Senioren- und Pflegeheimen stetig zu. In der Schule allerdings waren Kleintiere lange eher zur Freude der Kinder oder zur Anschauung etwa im Biologie-Unterricht gesehen. Allerdings wurde auch schon früh erkannt, dass die Tiere positive Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden und die Übernahme von Verantwortung bei den Kindern hatten (Rud & Beck, 2003).

Im deutschsprachigen Raum nahm dann zur Jahrtausendwende die Zahl der Schulhunde im Einsatz exponentiell zu: Im Jahr 2009 lag allein die offiziell bekannte Zahl der Schulhund-Lehrkraft-Teams bei über 200 (Agsten, 2009).

Durch wissenschaftliche Untersuchungen sind positive Effekte von Mensch-Tier-Interaktionen belegt (Qualitätsnetzwerk Schulbegleithunde e.V., 2019).

Für die Schule spielen nach Andrea Beetz u.a. diese Effekte eine Rolle:

·       Steigerung der Empathie gegenüber Tieren und Menschen

·       Verbesserte Integration in den Klassenverband

·       Reduktion von aggressivem Verhalten

·       Verbesserung des Klassenklimas

·       Gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber der Lehrkraft

·       Steigerung der Lernfreude

·       Verbesserung der Einstellung gegenüber der Schule, weniger Schulunlust

·       Gesteigerte Konzentration

·       exaktere Ausführung von Aufgaben

Dass Goethe da ist, macht nicht nur allen viel Spaß, sondern hilft auch sonst in vielen Bereichen von Schule und Unterricht … und wir können inzwischen schon sagen: Das stimmt!

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