Leibniz-Gymnasium Essen

WAZ 29.03.2014

Jugendliche erbeuten Spendengelder

Junge Kriminelle bitten gutgläubige Bürger um Spenden für die Abifeier des Leibniz-Gymnasiums. Während sich die Schule um ihr Image sorgt, ermittelt die Polizei gegen zwei Intensivtäter.

Sorgenvoller Blick: Direktor Martin Tenhaven fürchtet um dengutenRuf seiner Schule
FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

Von Jonas Erlenkämper

Die Schule würde das Thema am liebsten klein halten. „Das ist eine ganz unangenehme Geschichte für uns“, klagt Direktor Martin Tenhaven. Dennoch hielt er es für unvermeidbar, sich mit einer Warnung an die Öffentlichkeit zu wenden.

Das Altenessener Leibniz-Gymnasium steht im Zentrum einer Betrugsaffäre. Wie dieses Portal am Donnerstag meldete, haben sich offenbar zwei Jugendliche wochenlang als Leibniz-Schüler ausgegeben und im Namen des Gymnasiums Geld gesammelt. Die Schule wusste von dieser Aktion nichts, die Spenden für den guten Zweck steckten die Verdächtigen anscheinend in die eigene Tasche. Tenhaven stellt klar: Die Schule sammelt nie Bargeld. Wer in diesen Tagen also Besuch von angeblichen Leibniz-Gymnasiasten bekommt, sollte vorsichtig sein.

Die Verdächtigen sind erst 16 und 17 Jahre alt

Die Polizei verdächtigt zwei 16 und 17 Jahre alte Essener. Die sollen von Haus zu Haus gegangen sein, sich mittels eines widerrechtlich beschafften offiziellen Leibniz-Dokuments legitimiert haben und um Geld für eine geplante Abiturfeier gebeten haben. Mehrere Opfer zückten nach Behördenangaben ihr Portemonnaie. Es soll sich indes um verhältnismäßig kleine Beträge gehandelt haben. Generell rät die Polizei ausdrücklich nicht von Spenden ab. Sprecher Peter Elke sagt aber: „Wir haben jeden Tag mit Trickdieben zu tun. Ich persönlich würde ein natürliches Misstrauen an den Tag zu legen, wenn ein Fremder vor der Tür steht.“

Die beiden Verdächtigen sind der Ermittlungsgruppe Jugend als Intensivstraftäter bekannt. Sie gelten also als „schlimme Finger“, die schon folgenreichere Verbrechen begangen haben, als Ahnungslose um zehn Euro zu prellen. „Um zu den Intensivstkriminellen zu gehören, muss man schon eine Vielzahl von Straftaten begangen haben“, so Elke. Viele seien wegen Gewaltdelikten verurteilt, hätten bereits in jungen Jahren Knasterfahrung.

Die beiden Jugendlichen wurden vorläufig festgenommen, sind aber schon wieder auf freiem Fuß. Auffällig: Auch nach der Überführung berichteten Zeugen von vorgeblichen Leibniz-Spendensammlern, nun in einem anderen Stadtteil. Die Vermutung liegt nahe, dass die beiden Intensivtäter ihre Masche nach der Freilassung unverfroren fortsetzen. Die Polizei ermittelt weiter.

Das Leibniz-Gymnasium hat Konsequenzen gezogen. Bislang baten einige „echte“ Schüler Firmen darum, Anzeigen in der geplanten Abizeitung zu schalten – das Geld sollte tatsächlich der Abifeier 2015 zugute kommen. Diese Art der Sponsorensuche hat Direktor Tenhaven nun verboten. Er fürchtet einen Imageschaden für seine Schule.

Die Abifeier im nächsten Jahr sei aber nicht in Gefahr: Die Anzeigen in der Schülerzeitung seien nur ein „kleiner Posten“ im Finanzierungskonzept.

 
 

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