Leibniz-Gymnasium Essen

WAZ 03.03.2015

Schwimmen als Pflichtprogramm

Weil immer mehr Schüler nicht schwimmen können,
schickt sie das Leibniz-Gymnasium zwei Jahre einmal pro Woche
zum Unterricht ins Becken - Mit Erfolg

 

Von Martin Spletter
Die Veranstaltung heißt Schwimm-AG, aber das täuscht. Denn die Teilnahme ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend. Seit 2012 schickt das Leibniz-Gymnasium in Altenessen seine Fünft- und Sechstklässler zwei Jahre lang für einen Nachmittag pro Woche ins Becken – jeweils eine Stunde. „Die Zahl der Schüler, die als Nichtschwimmer zu uns kommen“, berichten die Sportlehrer Maike Blank und Eric Bardenberg, „wird immer größer.“ Die Erfolge des Pflicht-Schwimmens können sich sehen lassen. In jeder Grundschule gibt es Schwimm-Unterricht. Eigentlich, so ist der Plan, sollen Kinder, wenn sie auf die weiterführende Schule kommen, das „Bronze“-Abzeichen haben. Damit kann man an Klassenfahrten teilnehmen, bei denen Bad-Besuche vorgesehen sind. Erst mit der „Bronze“, nicht mit dem „Seepferdchen“, gilt ein Kind als sicherer Schwimmer.

Am Leibniz-Gymnasium erkannte man früh, dass sich die Verhältnisse verändert haben, und wenn man will, kann man darin auch ein langfristiges Ergebnis der städtischen Bäderplanung sehen, die um die Jahrtausendwende das Kuhlhoffbad in Altenessen und das Nöggerathbad in Frohnhausen schloss. Kritiker sprachen stets vom „Austrocknen des Nordens“, und Fakt ist: Im letzten Herbst, als das Schuljahr losging, hatten am Altenessener Leibniz-Gymnasium 66 der 137 neuen Füntklässler kein Bronze-Abzeichen, von den 66 waren 25 völlige Nichtschwimmer. Unter den Sechstklässlern, also jenen, die schon ein Jahr die besondere Schwimmförderung hinter sich hatten, gab es nur noch vier Nichtschwimmer.

Ein Pflichtprogramm am frühen Nachmittag, das die Eltern auch noch Geld kostet (zwölf Euro pro Halbjahr) – gibt es da keine Widerstände? „Nein“, sagen die Sportlehrer, „wir hatten noch nie ein Problem.“ Auch nicht mit muslimischen Familien und deren Töchtern. „Manche Mädchen gehen mit Kopftuch ins Becken.“ Auch der so genannte „Burkini“, ein verhüllender Bade-Anzug, ist häufig im Einsatz in der Alten Badeanstalt an der Altenessener Straße.Möglich wird der intensive Schwimm-Unterricht nur, weil Schüler aus den oberen Jahrgangsstufen mithelfen, sie alle haben „Gold“ oder einen Rettungsschwimmer-Schein. So können sie hier das praktizieren, was man gern „individuelle Förderung“ nennt: Jene Kinder mit Bronze trainieren schon mal für Silber und mehr, jene mit „Seepferdchen“ üben das sichere Bahnenschwimmen, und ganz ängstliche Kinder erhalten schon mal gesonderte Betreuung.Spätestens in Klasse 9, am „Wassersport-Tag“ der Schule, sehen die Kinder dann, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat: Auch dieser Tag wurde extra an der Schule eingeführt. „Manchen muss man erst mal klarmachen“, berichtet Eric Bardenberg, „warum es sich überhaupt lohnt, schwimmen zu können.“

 


Nichtschwimmer: Quote sinkt von 15 auf 3 Prozent


  • Die statistische Auswertung des Schwimm-Projekts, das am Leibniz-Gymnasium seit 2012 läuft, zeigt, dass die Nichtschwimmer-Quote nach zwei Förderjahren nur noch bei drei Prozent liegt - vorher, zu Beginn der Klasse fünf, sind es etwa 15 Prozent.
  • Die älteren oder ehemaligen Schüler, die bei der Schwimm-AG mit den Lehrern die Schüler betreuen, erhalten für ihre Arbeit eine geringe Aufwandsentschädigung.

 

 

 

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