Leibniz-Gymnasium Essen

WAZ 09.12.2015

Jetzt tagt die Literatur-Jury

Text: Martin Spletter - Fotos: Ulrich von Born

Eine neue AG am Leibniz-Gymnasium rezensiert Jugendbücher. Verlage schicken ihre Neuerscheinungen direkt an die Schule. Die Texte werden veröffentlicht

Altenessen. Einmal pro Woche treffen sich 17 Schüler ab Jahrgang sechs des Leibniz-Gymnasiums. Ihre Leidenschaft: Bücher. Ihre Aufgabe: Renzensionen.

Es sind nicht irgendwelche Hinterhofbetriebe, sondern die ganz Großen der Branche. Buchverlage beziehungsweise Medienkonzerne wie Random House, Carlsen oder die Verlagsgruppe Oetinger schicken Kisten voller druckfrischer Jugendbücher nach Altenessen ans Leibniz-Gymnasium – denn dort gibt es seit wenigen Monaten die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Junge Jury“. Derzeit treffen sich 17 Schüler ab Jahrgang sechs wöchentlich, um die Neuerscheinungen zu besprechen und Rezensionen zu schreiben.

In der vergangenen Woche hat die AG dann erstmals Verlagskataloge gewälzt, um Rezensionsexemplare zu bestellen. „Wir konnten einfach das ankreuzen, was uns interessiert“, erzählt Schülerin Donya (14). In ein paar Wochen kommen die Bücher dann in der Schule an.

Die AG hat Deutsch- und Geschchichts-Lehrerin Inge Seemann ins Leben gerufen, die seit diesem Jahr neu am Leibniz-Gymnasium arbeitet. Vorher war sie im hessischen Bad Hersfeld tätig, hat dort 14 Jahre lang eine „Junge Jury“ begleitet. „Ich bin sicher“, sagt die Lehrerin, „dass das auch hier möglich ist.“

Es war jedenfalls ziemlich einfach, Schülerinnen und Schüler für die AG zu begeistern – Mitglieder wie Jessica (12) bezeichnen Lesen sowieso als ihr größtes Hobby: „Ich lese rund zehn Bücher im Monat“, erzählt die Schülerin. Die noch junge AG war in den Herbstferien erstmals auf der Frankfurter Buchmesse, um ein paar Kontakte zu Verlagen zu knüpfen – mit riesiger Resonanz, „das war für alle ein Erlebnis“, sagt Inge Seemann.

Die AG „Junge Jury“ schreibt Rezensionen über die gelesenen Bücher, eine Buchhandlung an der Altenessener Straße hat ihr Schaufenster mit den Texten dekoriert. Dies ist ein erster Schritt für die Veröffentlichung der Texte; ein zweiter ist im Marienhospital geplant, dort gibt es eine Glasvitrine. „Es ist ungewöhnlich, seine eigenes Geschriebenes irgendwo zu sehen, so dass jeder erkennen kann, was man für eine Meinung zu einem Buch hat“, berichtet Schülerin Eveline (14). Die AG besteht übrigens großteils aus Mädchen, und die greifen eher zu Romanen. „Doch auch Sachbücher rezensieren wir, das ist dann eher Jungen-Angelegenheit“, erzählt Inge Seemann.

Die veröffentlichen Texte sind für die AG aber auch in einem anderen Zusammenhang wichtig: „So sehen die Verlage, dass mit den Büchern tatsächlich gearbeitet wird“, erklärt die Lehrerin. Aus ihrer Erfahrung in Bad Hersfeld weiß sie, dass die Schülerinnen und Schüler, die sich jetzt in der „Junge Jury“-AG engagieren, gute Chancen haben, in Kürze auf den Internet-Seiten der Verlage und Buchautoren zitiert zu werden: „Authentische Einschätzungen von jungen Lesern sind für die Literatur-Macher von großem Wert.“ Sie berichtet, dass an ihrem früheren Arbeitsplatz die Schüler irgendwann darum gebeten wurden, sozusagen als Test-Leser zu fungieren – die Verlage schickten erste Druckfassungen der Bücher, noch bevor die Werke in Serie gingen, Änderungen und Einwände waren noch möglich.

In Altenessen soll die Arbeit der AG erst mal die hauseigene Schülerbücherei neu aufbauen.

 

Ein Buch unterm Baum - was Schüler empfehlen

Mitglieder der "Junge Jury"-AG geben Jugendliteratur-Tipps, nicht nur als Weihnachtsgeschenk

„Ich empfehle ,Smaragdgrün’ von Kerstin Gier, ein Teil der Reihe ,Liebe geht durch alle Zeiten’. Es ist sehr magisch.“

(Donya, 14)

   

„Der neue Teil der ,Selection’-Reihe von Kiera Cass heißt ,Die Kronprinzessin’ und gefällt bestimmt allen, die Fantasy mögen.“

(Eveline, 14)

   

„,Rico, Oscar und das Herzgebreche’ ist gut, kommt aber leider an seinen Vorgänger ,Tieferschatten’ bislang nicht heran.“

(Luca, 13)

   

„Ich lese mindestens fünf Bücher im Monat, und über die ,Percy Jackson’-Reihe kommt nichts. Mein absoluter Liebling.“

(Maryam, 12)

 

 

 

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