Knapp 60 Schülerinnen und Schüler, ein Doppeldeckerbus und ein Ziel: die Frankfurter Buchmesse! Schon die Hinfahrt dauerte über drei Stunden. Unser Busfahrer hatte nicht nur Abfalltüten im Gepäck, sondern auch eine klare Ansage, wie wir uns im Bus zu benehmen haben. Kurz, knackig, hart, aber herzlich. Einer von uns eben! Der Bus blinzelte uns verschwörerisch zu: Harte Schale, weicher Kern – wirklich! Wir verstanden. Und so war es auch. Die Rückfahrt ging etwas schneller – vielleicht, weil alle noch voller Eindrücke steckten. Oder weil die Taschen schwerer geworden waren. 😉
Denn was dazwischen lag, war einfach nur ein Knaller!
Wir strawanzten über das riesige Messegelände, wobei Halle 4.0 unser Hauptanlaufpunkt war. Hier tummelten sich vor allem Kinder- und Jugendbuchverlage. Besonders die Manga-Ecke hatte es unseren jungen Leserinnen und Lesern angetan. Doch auch anderswo gab es reichlich zu entdecken: Gewinnspiele lockten an vielen Ständen, und die Taschen und Tüten füllten sich nach und nach mit Stickern, Kugelschreibern, Leseproben, Radiergummis und sogar Kronen. Wer die Augen offen hielt, ging selten mit leeren Händen weiter.
Mindestens so faszinierend wie die Bücher waren die fantasievollen Standaufbauten. Ein kleiner Finsterwald für den Grüffelo hier, ein Rennwagen mit den Bewohnern Entenhausens dort – und wer wollte, konnte einfach hineinspringen. Für die Fans düsterer Horror-Stories gab es passend inszenierte Räume mit finsteren Buchschnitten, goldenen Sprenkeln, flackernden mehrarmigen Kerzenleuchtern und so manchem Wachsmonster, das einen im ersten Moment ordentlich erschrecken konnte. Gleich um die nächste Ecke wurde es wieder bonbonbunt und zuckersüß: Denn die erste Liebe lauert schließlich auf Wolke Sieben. Gegensätze? Auf der Buchmesse kein Problem!
Und Bücher gab es natürlich auch. Bücher, Bücher und nochmals Bücher! Oder auf tschechisch: Knihy. Knihy? Knihy! Viele wurden verschenkt, andere konnten gekauft werden. Manch einer trat sogar mit einem Warmie die Heimreise an. Die Eindrücke waren so bunt und vielfältig, dass wohl niemand von uns alle Hallen geschafft hat. Dafür hätte der Tag vermutlich 48 Stunden haben müssen – und selbst dann wäre es knapp geworden.
Dann waren da noch die vielen Autorinnen und Autoren! Sie signierten ihre Bücher direkt am Stand, kamen mit ihren Leserinnen und Lesern ins Gespräch und luden zu Lesungen ein. Literatur zum Anfassen, Zuhören und Mitnehmen – manchmal sogar mit persönlicher Widmung. So nah kommt man seinen Lieblingsgeschichten schließlich nicht alle Tage!
Bei all dem Trubel durfte natürlich auch die Flüssigkeitsversorgung nicht zu kurz kommen. Zum Glück gab es Wasserstationen, an denen jeder seine mitgebrachte Flasche kostenlos auffüllen konnte. Ein Hoch auf die kleinen Dinge, die einen langen Messetag gleich viel angenehmer machen! Gratis konnte man auch leckeren Tee erhalten, fertig zubereitet. Lasst ihn euch schmecken, liebe Kinder! Oja, da griffen viele gerne zu.
Ein besonderer Blickfang war das diesjährige Gastland: die Tschechische Republik. Ihre Halle war kreativ gestaltet, mit wellenartigen Räumen und jeder Menge Bojen – in brüllorange. Schließlich versteht sich das Land augenzwinkernd als eines an der Küste gelegenes – auch wenn das geografisch nicht ganz hinkommt. Dafür grüßt man sich dort flott mit „Ahoj!“ Ein Gruß, der zur Begrüßung ebenso passt wie zum Abschied. Und auch kulinarisch wusste das Gastland zu überzeugen: Entenbrust, Rotkohl und natürlich die berühmten böhmischen Knödel. Na, wenn das kein gelungener Zwischenstopp war!
Doch wir waren nicht nur zum Staunen und Sammeln da. Die Junge Jury hatte kleine Aufmerksamkeiten für zahlreiche Verlage vorbereitet: selbstgebackene Plätzchen und selbst gemachte Marmelade. Leider konnten wir nicht alle Verlage antreffen. Sehr schade! Aber immerhin: Die Plätzchen haben den Heimweg nicht mehr geschafft. So viel sei verraten: Sie waren verflixt lecker! 😉
Am Ende bleibt ein Tag voller Bücher, Begegnungen, bunter Eindrücke und jeder Menge guter Laune. Die Beine waren müde, die Taschen voll und die Köpfe voller Geschichten.
Frankfurt, wir kommen wieder! Gerne mit mehr Zeit!